Was ist Neodym und woher kommt es?

Neodym (Nd, Ordnungszahl 60) ist ein Seltenerdmetall. Zusammen mit Eisen und Bor bildet es NdFeB, das Material der stärksten Permanentmagnete. Es wird vor allem aus Bastnäsit und Monazit gewonnen; China liefert ca. 70 % der Förderung und ca. 90 % der Verarbeitung.

Von Team Magnetenspecialist
3 Min. Lesezeit


Kurze Antwort: Neodym (Symbol Nd, Ordnungszahl 60) ist ein silberfarbenes Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden (der Lanthanoide). Mit Eisen und Bor bildet es die Legierung NdFeB (Nd₂Fe₁₄B), das Material der stärksten Permanentmagnete, die es gibt. Neodym wird vor allem aus den Mineralen Bastnäsit und Monazit gewonnen. China liefert etwa 70 % der Förderung und rund 90 % der Verarbeitung und Magnetproduktion.

Neodym im Überblick

Symbol / Ordnungszahl Nd / 60
Gruppe Lanthanoide (Seltene Erden)
Entdeckt 1885, von Carl Auer von Welsbach (Österreich)
Name griechisch neos didymos: neuer Zwilling
Schmelzpunkt 1.024 °C
Dichte 7,0 g/cm³ (NdFeB-Magnet: ca. 7,5 g/cm³)
Vorkommen in der Erdkruste ca. 40 ppm: häufiger als Blei oder Kobalt
Wichtigste Erze Bastnäsit, Monazit, Ionenadsorptionston
Wichtigste Anwendung Permanentmagnete (NdFeB)

Woraus besteht ein Neodym-Magnet?

Ein Neodym-Magnet besteht nicht aus reinem Neodym. Er ist eine Legierung aus etwa:

  • 29 – 32 % Seltene Erden: vor allem Neodym, oft mit etwas Praseodym (Pr), und für höhere Temperaturen Dysprosium (Dy) oder Terbium (Tb)
  • 64 – 69 % Eisen (Fe)
  • ca. 1 % Bor (B)
  • kleine Mengen Kobalt, Kupfer, Aluminium oder Gallium

Das Eisen sorgt für die hohe Magnetisierung, das Neodym für die Kristallstruktur, die die Magnetisierung festhält. Weil viel Eisen enthalten ist, rostet das Material schnell und braucht immer eine Beschichtung. Siehe Warum rosten Neodym-Magnete?

Woher kommt Neodym?

Die größten Minen liegen in China (u. a. Bayan Obo in der Inneren Mongolei), den USA (Mountain Pass, Kalifornien), Australien (Mount Weld), Myanmar und Thailand. China ist mit ca. 70 % der größte Produzent und beherrscht rund 90 % der Trennung und Raffination sowie einen vergleichbaren Anteil der weltweiten Neodym-Magnetproduktion.

Neodym ist eigentlich nicht selten, kommt aber verstreut und zusammen mit anderen Seltenen Erden vor. Die Trennung dieser chemisch fast gleichen Elemente erfordert viele Schritte, Energie und Chemikalien. Mehr in Was sind Seltene Erden?

Vom Erz zum Magneten

  1. Abbau von Erz mit Seltenen Erden
  2. Konzentrieren und Trennen in einzelne Oxide (u. a. Neodymoxid Nd₂O₃)
  3. Reduktion zu Neodym-Metall
  4. Schmelzen zur NdFeB-Legierung, Mahlen, Pressen im Magnetfeld und Sintern
  5. Schleifen, Beschichten und Magnetisieren

Den vollständigen Herstellungsprozess lesen Sie in Wie werden Neodym-Magnete hergestellt?

Wofür wird Neodym verwendet?

  • Elektromotoren in Elektroautos, E-Bikes und Industrieantrieben (siehe Magnete in Elektrofahrzeugen)
  • Generatoren von Windkraftanlagen
  • Lautsprecher, Ohrhörer, Telefone und Festplatten
  • Sensoren, Robotik und Medizintechnik
  • Befestigungen, Verschlüsse und Magnetsysteme: die Anwendungen in unserem Shop

Häufig gestellte Fragen

Ist Neodym giftig oder radioaktiv?

Neodym selbst ist nicht radioaktiv, und ein beschichteter Magnet ist sicher zu berühren. Das Erz Monazit enthält allerdings Thorium; dieses wird bei der Verarbeitung entfernt. Feiner Neodymstaub (z. B. vom Schleifen) ist brennbar und sollte nicht eingeatmet werden.

Ist Neodym von sich aus magnetisch?

Reines Neodym ist bei Raumtemperatur nicht ferromagnetisch. Die starken magnetischen Eigenschaften entstehen erst in der Verbindung mit Eisen und Bor.

Können Neodym-Magnete recycelt werden?

Ja, aber bisher nur in kleinem Maßstab: Weltweit werden schätzungsweise weniger als 5 % recycelt. In Europa setzt der Critical Raw Materials Act das Ziel, dass 2030 25 % der kritischen Rohstoffe aus Recycling stammen. Siehe auch Magnete entsorgen oder recyceln.

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