Können Magnete durch Holz, Glas und Kunststoff hindurch wirken?

Ja, Magnete wirken durch Holz, Glas, Kunststoff, Karton und Textil: Diese Materialien schirmen das Feld nicht ab, erzeugen aber Abstand. Bei kleinen Magneten halbiert 1 mm die Kraft oft schon; durch 5 mm bleiben oft nur 10 – 25 %. Wählen Sie einen dickeren oder größeren Magneten oder lassen Sie zwei Magnete sich anziehen.

Von Team Magnetenspecialist
3 Min. Lesezeit


Kurze Antwort: Ja. Holz, Glas, Kunststoff, Karton, Textil, Aluminium und die meisten Edelstähle lassen ein Magnetfeld nahezu ungehindert durch. Das Problem ist nicht das Material, sondern der Abstand: Die Kraft fällt schnell ab. Bei kleinen Magneten halbiert 1 mm Abstand die Haftkraft oft schon; durch 5 mm Material bleiben oft nur 10 – 25 % übrig. Durch dickes Material arbeiten Sie daher mit einem größeren oder dickeren Magneten oder lassen zwei Magnete sich anziehen statt Magnet und Stahlplättchen.

Wie viel Kraft bleibt übrig? (Richtwerte)

Abstand (Materialdicke) Kleiner Magnet (Ø10 x 3 mm) Größerer Magnet (Ø20 x 10 mm)
0 mm (direkt auf Stahl) 100 % 100 %
1 mm ca. 40 – 55 % ca. 70 – 80 %
2 mm ca. 25 – 35 % ca. 55 – 65 %
5 mm ca. 5 – 10 % ca. 25 – 35 %
10 mm < 3 % ca. 10 – 15 %

Faustregel: Je dicker der Magnet im Verhältnis zum Abstand, desto mehr Kraft bleibt übrig. Ein Magnet, der mindestens so dick ist wie das Material, durch das er wirken soll, funktioniert meist gut. Testen Sie immer mit dem echten Material.

Magnet + Magnet oder Magnet + Stahl?

Durch eine dicke Platte wirken zwei sich anziehende Magnete viel besser als ein Magnet auf einem dünnen Stahlplättchen. Ein dünnes Plättchen (0,5 – 1 mm) sättigt schnell und fängt nur einen Teil des Feldes auf. Achten Sie bei zwei Magneten auf die Pole: Der Nordpol des einen muss zum Südpol des anderen zeigen. Siehe Warum ziehen sich Magnete an?

Je Material

  • Glas (Whiteboard, Glastafel): Eine Glastafel ist 4 – 6 mm dick mit einer Stahlplatte dahinter. Normale Ferritmagnete funktionieren dort schlecht; wählen Sie starke Neodym-Magnete von mindestens Ø10 x 5 mm oder größere Topfmagnete.
  • Holz: Ein Magnet in einem gefrästen Loch mit einer dünnen Holzschicht davor (1 – 2 mm) bleibt unsichtbar und funktioniert noch gut. Ideal für Schranktüren und verdeckte Verschlüsse. Siehe Magnete für den Innenausbau.
  • Kunststoff und 3D-Drucke: Lassen Sie 0,4 – 0,8 mm Wand zwischen Magnet und Außenseite. Siehe Magnete für 3D-gedruckte Anwendungen.
  • Stoff und Leder: kein Problem; dafür sind Nähmagnete und Startnummernmagnete gemacht.
  • Aluminium und Edelstahl: lassen das Feld durch, aber der Magnet haftet nicht daran.

Durch welche Materialien wirkt ein Magnet schlecht?

Nur ferromagnetische Materialien wie Stahl und Eisen (und Mu-Metall) lenken das Feld um. Eine Stahlplatte zwischen zwei Magneten wirkt also als Abschirmung, nicht als Durchgang. Dicke Stahlschränke und Metallrahmen können einen Magneten auf der anderen Seite abschirmen.

Häufig gestellte Fragen

Wirkt ein Magnet durch eine Kühlschranktür?

Eine Kühlschranktür ist aus Stahl: Ein Magnet haftet gut daran, wirkt aber nicht hindurch. Der Stahl ist allerdings dünn (ca. 0,6 mm), daher erreicht ein starker Magnet dort nur einen Teil seiner angegebenen Haftkraft.

Welcher Magnet für eine Memotafel aus Glas?

Wählen Sie Neodym-Magnete von mindestens Ø10 x 5 mm oder 10-mm-Kugel- und Würfelmagnete. Für schwere Papiere einen Topfmagneten.

Wie dick darf das Holz sein?

Mit zwei Magneten Ø20 x 5 mm funktioniert ein Verschluss durch 3 – 5 mm Holz noch gut. Bei mehr als 10 mm wählen Sie größere Magnete oder machen das Holz an der Stelle dünner.

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