Warum rosten Neodymmagnete?

Ja, Neodym-Magnete können rosten, da sie Eisen enthalten. Deshalb haben fast alle Neodym-Magnete eine schützende Beschichtung wie Nickel, Epoxidharz, Gummi oder Kunststoff. Hier erfahren Sie, wie Korrosion entsteht, welche Beschichtung für Ihre Umgebung geeignet ist und wie Sie die Lebensdauer verlängern.

Von Team Magnetenspecialist
3 Min. Lesezeit


Kurze Antwort: Ja, Neodym-Magnete können rosten. Sie enthalten Eisen und sind daher empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff. Deshalb haben nahezu alle Neodym-Magnete eine schützende Beschichtung. Solange diese Beschichtung intakt bleibt, ist das Risiko gering; bei Beschädigungen, Feuchtigkeit oder Außeneinsatz nimmt es zu.

Neodym-Magnete sind die stärksten kommerziell erhältlichen Permanentmagnete. Sie werden in Maschinen, Elektromotoren, Elektronik und Magnetverschlüssen eingesetzt. Dennoch haben sie eine Eigenschaft, die viele Anwender überrascht: Ohne Schutz rosten sie. Das ist kein Produktionsfehler, sondern eine Eigenschaft des Materials.

Woraus besteht ein Neodym-Magnet?

Ein Neodym-Magnet besteht nicht nur aus Neodym. Das Material ist eine Legierung aus:

  • Neodym (Nd)
  • Eisen (Fe)
  • Bor (B)

Diese Kombination wird NdFeB genannt. Gerade das Eisen reagiert leicht mit Feuchtigkeit und Sauerstoff, vergleichbar mit dem Rosten von gewöhnlichem Stahl. Mehr über das Material erfahren Sie unter Was ist Neodym und woher kommt es?

Wie entsteht Korrosion?

Korrosion beginnt, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff das Magnetmaterial erreichen. Solange die Beschichtung intakt ist, ist das darunterliegende Material weitgehend geschützt. Wird die Beschichtung durch einen Stoß, Kratzer oder Bruch beschädigt, kann Feuchtigkeit eindringen und die Oxidation beginnt. Zunächst sieht man oft kleine Verfärbungen; später kann sich der Befall ausweiten, auch unter der Schutzschicht.

Warum sind Neodym-Magnete empfindlich gegenüber Beschädigungen?

Neodym-Magnete sind sehr hart, aber auch spröde. Wenn zwei starke Magnete aufeinanderprallen, können kleine Stücke der Beschichtung abplatzen. Auch bei der Montage oder beim Transport können Schäden entstehen. Sobald die Schutzschicht durchbrochen ist, steigt das Korrosionsrisiko. Nützliche Tipps finden Sie unter Wie montiert man einen Magneten?

In welchen Umgebungen rosten Magnete schneller?

Trockene Innenräume sind in der Regel kein Problem. Die Korrosionsgefahr steigt bei:

  • hoher Luftfeuchtigkeit und Kondenswasserbildung
  • Außeneinsatz
  • Salzwasser und maritimen Anwendungen
  • Badezimmern und Räumen mit hoher Feuchtigkeit
  • industriellen Umgebungen
  • beschädigten Beschichtungen

Was passiert, wenn ein Magnet rostet?

Rost beeinträchtigt nicht nur das Aussehen. Wenn die Korrosion tiefer in das Material eindringt, kann das Material abblättern, reißen oder schwächer werden und die magnetischen Eigenschaften können nachlassen.

Kann ein verrosteter Magnet noch funktionieren?

Ein leicht korrodierter Magnet behält oft noch seine magnetischen Eigenschaften, da Korrosion zunächst die Oberfläche angreift. Weitet sich der Befall weiter aus, können die Leistung und die mechanische Festigkeit abnehmen. Ersetzen Sie Magnete mit sichtbaren Rissen oder abblätterndem Material.

Welche Beschichtungen gibt es?

Beschichtung Eigenschaften Geeignet für
Ni-Cu-Ni (Nickel-Kupfer-Nickel) Häufigste Ausführung: guter Korrosionsschutz, glänzendes Metall, verschleißfest Trockene Innenräume
Epoxidharz Zusätzliche schützende Kunststoffschicht, oft schwarz; besserer Schutz gegen Feuchtigkeit Stärkere Beanspruchung, außen
Gummi Schützt den Magneten sowie die Kontaktfläche Fahrzeuge, Displays, empfindliche Oberflächen
Kunststoffgehäuse Magnet vollständig von Kunststoff umschlossen Maximaler Schutz vor Feuchtigkeit und Beschädigung

Darüber hinaus gibt es dekorative Oberflächen wie Gold, Roségold und Gunmetal. Diese werden vor allem wegen ihrer Optik bei sichtbaren Anwendungen gewählt; der Magnet darunter bleibt derselbe. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie unter Welche Beschichtung oder Ausführung wählen Sie? und Warum haben Neodym-Magnete eine Beschichtung?

Können Neodym-Magnete im Freien verwendet werden?

Ja, sofern Sie die richtige Ausführung wählen. Für den Außenbereich sind meist geeignet:

Ein standardmäßig vernickelter Magnet kann zwar außen funktionieren, hat aber bei längerer Feuchtigkeitseinwirkung in der Regel eine kürzere Lebensdauer. Siehe auch Können Magnete im Freien verwendet werden?

Wie verhindert man Korrosion?

  • Vermeiden Sie Beschädigungen der Beschichtung und lassen Sie starke Magnete nicht aufeinanderprallen.
  • Lagern Sie Magnete trocken.
  • Vermeiden Sie längeren Kontakt mit Wasser.
  • Wählen Sie die passende Beschichtung für die jeweilige Umgebung.

Fazit

Neodym-Magnete enthalten Eisen und sind daher anfällig für Korrosion, wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff das Material erreichen. Um dies zu verhindern, erhalten nahezu alle Neodym-Magnete eine schützende Beschichtung wie Nickel, Epoxidharz, Gummi oder Kunststoff. Mit der richtigen Beschichtung und sorgsamer Handhabung bleiben sie über Jahre hinweg zuverlässig.

Sie wissen nicht, welche Ausführung Sie benötigen? Sehen Sie sich unsere Neodym-Magnete an oder fragen Sie den Magnetspezialisten über den Magnetberater.