Warum ziehen sich Magnete an oder stoßen sich ab?

Ungleiche Pole (Nord und Süd) ziehen sich an; gleiche Pole (Nord-Nord oder Süd-Süd) stoßen sich ab. Die Kraft nimmt stark zu, je näher die Magnete einander kommen. So finden Sie heraus, welche Seite Nord ist.

Von Team Magnetenspecialist
2 Min. Lesezeit


Kurze Antwort: Jeder Magnet hat einen Nord- und einen Südpol. Ungleiche Pole (Nord gegenüber Süd) ziehen sich an, gleiche Pole (Nord-Nord oder Süd-Süd) stoßen sich ab. Bei Anziehung laufen die Feldlinien des einen Magneten im anderen weiter; bei Abstoßung drücken die Felder gegeneinander. Beide Kräfte werden schnell stärker, je näher die Magnete einander kommen.

Anziehen oder abstoßen: Übersicht

Kombination Ergebnis
Nord – Süd anziehen
Nord – Nord abstoßen
Süd – Süd abstoßen
Magnet – Stahl (beliebiger Pol) immer anziehen

Stahl wird von jedem Pol angezogen, weil er selbst vorübergehend einen Gegenpol bildet. Siehe Wie funktioniert ein Magnet? Abstoßung ist daher der einzige echte Beweis, dass etwas ein Magnet ist.

Warum wird die Kraft so schnell stärker?

Das Feld eines Magneten fällt mit dem Abstand schnell ab. Dadurch ist die Kraft zwischen zwei Magneten auf kurze Distanz um ein Vielfaches größer als auf einige Zentimeter. Deshalb spüren Magnete bis auf wenige Zentimeter kaum etwas und schlagen auf dem letzten Stück mit Wucht zusammen. Bei großen Neodym-Magneten kann das Finger einklemmen und die Magnete splittern lassen.

Wie finden Sie Nord- und Südpol?

  • Mit einem Kompass: Die Nordspitze der Kompassnadel zeigt zum Südpol des Magneten.
  • Mit einem markierten Magneten: Ein bekannter Nordpol stößt den Nordpol eines anderen Magneten ab.
  • Mit einem Smartphone: Eine Magnetometer-App zeigt das Feld positiv oder negativ an.
  • Bei uns markiert: Einige Magnete mit Senkbohrung liefern wir als Nordpol- oder Südpolvariante, damit sich zwei Magnete sicher anziehen.

Tipp: Markieren Sie die Pole mit einem Stift, bevor Sie Magnete einkleben. Ein falsch herum eingeklebter Magnet stößt ab statt anzuziehen.

Abstoßung in der Praxis

  • Magnetische Schwebeversuche: Ein Magnet schwebt nicht von selbst stabil über einem anderen (Earnshaw-Theorem). Es braucht immer eine Führung, Drehung oder Regelung.
  • Magnetschwebebahnen und Magnetlager: nutzen geregelte Elektromagnete oder Supraleiter.
  • Elektromotoren: drehen sich durch abwechselndes Anziehen und Abstoßen zwischen Permanentmagneten und Spulen.
  • Dämpfung und Federn: abstoßende Magnete wirken als berührungslose Feder.

Häufig gestellte Fragen

Ist Abstoßung genauso stark wie Anziehung?

Bei gleichem Abstand ungefähr ja. Bei Abstoßung auf sehr kurze Distanz können sich starke Magnete allerdings teilweise entmagnetisieren, vor allem bei Wärme.

Kann man einen einzelnen Nord- oder Südpol herstellen?

Nein. Brechen Sie einen Magneten durch, erhalten Sie zwei Magnete mit jeweils wieder einem Nord- und Südpol. Ein einzelner magnetischer Pol (Monopol) wurde nie gefunden.

Warum dreht sich ein Magnet um, wenn ich ihn einem anderen nähere?

Gleiche Pole drücken sich weg. Kann sich der Magnet drehen, dreht er sich, bis die ungleichen Pole einander gegenüberstehen, und rastet ein.

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